Der Reitruder ist nach dem Baukastenprinzip konzipiert. Zylinder und Schnecken lassen sich daher beliebig zu einer Plastifiziereinheit mit Rohstoffzuführung, Entlüftung oder Entgasung kombinieren. Die beiden parallel und gleichlaufenden Schnecken sind dichtkämmend und selbstreinigend. Sie sind in Segmente aufgeteilt, so dass die Schneckengeometrie an jeden Anwendungsfall angepasst werden kann. Die Reihenfolge von Knet- und Mischelementen ist - rezepturorientiert - frei wählbar. Durch eine formschlüssige Verbindung zwischen Schneckensegmenten und Schneckenschaft lassen sich einzelne Segmente problemlos auswechseln und dadurch optimal an das zu verarbeitende Material anpassen.
Die Direktextrusion mittels Reitruder bietet gegenüber anderen Verfahren vor allem Vorteile hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und des Qualitätsstandards von Halb- und Fertigerzeugnissen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ohne zwischenzeitliches Erstarren und Wiederaufschmelzen des Kunststoffes wird im Reitruder in einem Produktionsgang vom Ausgangs- bis zum Endprodukt gearbeitet. So werden durch Direktextrusion gegenüber Fertigcompounds bis zu 30% Rohstoffkosten bei verbesserten Produkteigenschaften eingespart.